Sommer im Garten III.

Die Unke ruft „das war’s wohl mit dem Sommer“. Es ist November. Könnte man meinen.

Wo gestern noch halbnackte Leiber dicht an dicht in der Hitze der Sonne garten gähnt jetzt die Leere. Die Spatzen pfeifen es von den Dächern der Umkleidekabinen „die Saison ist gelaufen“.

Um Fünf muss man schon das Licht anmachen damit man noch was sieht, wenn man die Klappstühle, die einem die vergangenen Monate das im Freien Sitzen versüßt haben zurück in die Garage stellt. Mit den Stühlen gehen auch Picknickdecke und Badehose.

Zweifelsfrei ist er vorbei der Jahrhundertsommer. Im Discounter tummeln sich die ersten Lebkuchen und Spekulatius. Das war’s…

Einzig das La.Meko hält tapfer gemeinsam mit dem Haus am Westbahnhof das traurig im Herbstwind flatternde Fähnchen hoch. „Es ist noch lange nicht vorbei“ rufen wir Euch zu. Ein letztes Mal für dieses Jahr feiern wir ihn, den „Sommer im Garten“.

Was am Ende bleibt ist die Liebe. Und deshalb hauen wir diesbezüglich zum Schluss nochmal ordentlich einen raus. „The Sisters Creek“ spielen und singen von allem Möglichen und auch von der Liebe (was Bands, sie sich mit Rock, Pop, Blues und Soul befassen eigentlich immer tun und was daher nur eine halbgewagte These ist). Und wenn uns dann allen wieder schön warm ist vom ganzen Schunkeln drehen wir noch ein bisschen mehr an der Schmachtschraube.

Die französische Sommerkomödie „N’avoue jamais” (Liebesbriefe aus Nizza) von Regisseur Ivan Calbérac („Frühstück bei Monsieur Henri“) lässt selbst die ganz harten Knochen nicht unberührt. Mit herrlichen Pointen entpuppt sich der Film als eine grandiose Screwball-Komödie über den dritten und den vierten Frühling im Leben. Eine Revanche à trois voller Situationskomik, die mit viel Humor zeigt, dass kein Alter vor frischer Verliebtheit und später Rache schützt. Der Film wird im französischen Original mit deutschen Untertiteln zu sehen sein.

Auch wenn der Wetterfrosch von der Leiter fällt, wir glauben fest an Sonne und Hitze. Deshalb macht die Garage auf und zerrt noch ein letztes Mal die Stühlchen raus. Werft Euch die Decke über die Schultern und pilgert am Freitag, den 28. August in den Garten vom Haus am Westbahnhof.

Die Pforten öffnen sich um halb sieben. Beste Zeit einen französischen Flammkuchen zu ordern und ihn mit dem Menschen des Herzens zu teilen oder besser noch ihn alleine zu essen. Sich beim Schlürfen eines französischen Siciliano Spritz tief in die Augen zu blicken ist das höchste der Gefühle. Und für den weltbesten französischen Cappuccino (auch koffeinfrei, weil so spät am Abend) lässt Mann sogar die Liebste stehen. Normale, nicht so stark emotional aufgeladene, kühle Getränke gibt’s natürlich auch.

Um Sieben spielt die Kapelle auf zum Tanz und um Neun hauen wir Euch die Mutter aller Filme um die Augen und um die Ohren, dass es eine wahre Freude ist.

Wir zeigen Unke, Spatz und Frosch den Vogel und glauben an den Sommer. Wenn die doch Recht haben gehen wir halt rein.

Der Eintritt ist wieder frei. Über Spenden freuen wir uns.